Hydrologie

Die heutige Ostsee hat eine Fläche von 415.266 km² (einschließlich Kattegat), eine mittlere Tiefe von circa 52 m und ein Volumen von circa 22.000 km³. Die Ostsee ist ein Nebenmeer des Atlantischen Ozeans und nur über Belte und Sund mit dem Atlantik verbunden. Im Gegensatz zur Nordsee ist kaum eine Tide vorhanden (<15 cm). Wasserstandsschwankungen werden durch atmosphärische Bedingungen im Bereich Ostsee-Nordatlantik reguliert. Bei starken Westwinden wird das Wasser nach Osten gedrückt und fließt dann als sogenannter Badewanneneffekt nach Westen zurück und es kommt zu erhöhten Wasserständen an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Starke Ostwinde erhöhen den Wasserstand an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Für den Küstenschutz ist der dann auf die Küste treffende verstärkte Wellenangriff von besonderer Bedeutung. Wenn der Badewanneneffekt und eine gleichzeitige Ostwindlage zusammenfallen, sind die Auswirkungen besonders hoch. Die Hauptwerte für die Dekade 1998 bis 2007 und das höchste jemals aufgezeichnete Hochwasser (HHW) zeigt die Tabelle 1 (LKN-SH 2017). Das Mittelwasser (MW) erreicht entlang der gesamten Küste ähnliche Werte zwischen 1 cm (LT Kiel) und 9 cm (Lübeck-Bauhof) über NHN. Die höchsten Wasserstände (HW) hingegen erreichen je nach Lage Werte zwischen 128 cm (Kappeln) und 187 cm (Marienleuchte) über NHN.

Wasserstände einzelner Pegel (LKN-SH 2017):

Die gemessenen Wasserstandsdaten eines Pegels können mit Hilfe einer Funktion beschrieben werden. Für die Ermittlung von Statistiken extremer Wasserstände, wozu auch die Ermittlung der Referenzwasserstände gehört, werden Zeitreihen verwendet, die den höchsten Wasserstand eines Jahres abbilden. Um die Verteilung dieser extremen Zeitreihen darstellen zu können, werden Wahrscheinlichkeitsfunktionen angewendet, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, da diese für den Laien nicht unbedingt verständlich sind.

Die folgende Abbildung zeigt das 200-jährige Hochwasser aus statistischen Verfahren (LKN-SH 2017). In Kiel tritt z.B. auf dem Westufer ein Wasserstand von 2,15 alle 20 Jahre und ein Wasserstand von 2,5 m alle 100 Jahre auf. Zu betonen ist, dass die Wiederkehrintervalle reine statistische Größen sind. So kann ein 50jähriges Ereignis sehr wohl in wenigen Jahren nacheinander auftreten und dann lange Zeit nicht.

200-jähriges Hochwasserereignis (LKN-SH 2017):

Literatur

LKN Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (2017)(https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LKN/lkn_node.html)

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